26. Juni 2017

Gottesdienst am 18. Juni 2017

18. Juni 2017
10:00bis11:00

Predigt: Pastor Mag Christoph Petau

zu Röm 5,1-8 und Mt 9,35-10,8               Konturen

Keiner

von uns

wird diese Welt

grundlegend

verändern

Aber überall

wo Menschen

nach Seiner Lehre

zu lieben wagen,

wird es heller

Und

so bleiben

die Worte und Taten

des Jesus von Nazareth

keine fromme Utopie

Sie

werden Wirklichkeit

(Peter Friebe, Bildkalender Königsmünster 2017, Münsterschwarzach 2016, S. 24)

In dieser Predigt teile ich mit Ihnen den Wochentext in meinem Bildkalender. Über Pfingsten waren die Pastoren/innen unserer Kirche am Attersee zur Freizeit mit unserem Bischof Dr. Patrick Streiff beieinander. In abendlichen Gesprächen diskutierten wir die Bischofsbotschaft zur Zentralkonferenz 2017: Bietet ihnen Christus an!

In Terror und Krieg sind Menschen auf der Flucht.   Katastrophen und mangelnde (Über-)Lebenschancen tragen das Stigma der Hoffnungslosigkeit. In der Spanne meines Lebens hat sich diese Welt nicht grundlegend verändert. Der Grundtenor der Theologie der Befreiung „Aus dem Tal der Tränen ins Gelobte Land“ (Leonardo Boff, Düsseldorf 1982) ist aktuell geblieben. Diesen Aufbruch dürfen wir auch gerne „Theologie der Hoffnung“ oder „Fest der Narren nennen“. Bietet Ihnen Christus an, ist eine pfingstliche Antwort, denn „wo Menschen nach Seiner Lehre zu lieben wagen, wird es heller“. Oder in der Sprache der heutigen Lesung: Hoffnung lässt nicht zuschanden werden: denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist.

Wir sind auf Sendung. Diesen Satz kennen wir aus den Radio-und Fernsehstudios. Wir sind auf Sendung, betrifft auch uns als Christen/innen im Licht des heutigen Evangeliums. Wir haben diesen Gottesdienst in seinem Namen begonnen, den Frieden einander zugesprochen, wir stellen uns unter sein Wort, teilen unser Gebet miteinander und stellen die Woche unter seinen Segen. Im Blick auf das Evangelium sind wir auf Sendung und tragen eine Utopie in die Welt: Die Botschaft vom Reich Gottes. Sie will wie Löwenzahn durch den Asphalt dringen und Wirklichkeit werden.

Darin sind wir mit anderen Kirchen unterwegs. Und feiern das Reformationsjubiläum 2017. In dieser Welt bekennen wir Christus als den „Herrn“ der einen Kirche und führen Menschen in die Nachfolge Christi. Darin bauen wir am Reich Gottes. Im Ausblick legt uns der Bischof die Botschaft des Bischofsrates der EMK ans Herz: Gottes erneuerte Schöpfung. Ein Aufruf zu Hoffen und Handeln (2010), die wir in unserer Gemeinde viel besprochen haben. Als Haushalter/Innen der vielfältigen Gnade Gottes (Lk 12,42; 1Petr 4,10) dürfen wir uns vom Geist der Hoffnung geführt wissen. Die Sprache der Hoffnung kennt ein starkes Trotzdem.

Ich mache jetzt mit Ihnen einen kleinen Ausflug in das Kirchenjahr. Evangelische Christen/innen nennen (nach dem Weihnachts-und Osterfestkreis) den Sonntag nach Pfingsten Tag der Heiligen Dreifaltigkeit -Trinitatis- und zählen dann bis zu 24 Sonntage nach Trinitatis als Zeit der Kirche. Eine Zählung ab dem Drittletzten Sonntag beschließt das Kirchenjahr.  Da fällt mir ein: In vielen Gottesdiensten mit Kindern verwenden wir 2 Handpuppen: Trini und Tatis. Wie oft haben wir mit diesen Puppen unseren Kindern Biblische Geschichten nahegebracht? Und waren als Erwachsene berührt?          In diesen beiden Puppen gilt: Hand aufs Herz und Herzlichkeit in die Welt (Röm 5,5) durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

Im Straßengewirr der Brücken in Bruck an der Mur ist zwischen den Brücken der Autobahn, Schnell-, Haupt- und Gemeindestraßen eine Kirche zu erkennen. Das zuletzt als Wohnhaus dienende Gebäude sollte abgerissen werden. Jetzt steht die Heilig Geist-Kapelle renoviert inmitten der Fahrspuren. Ein Zeugnis des Glaubens auf den Wegen von Nord nach Süd, Ost und West. Auch unser Glaube bedarf der Erneuerung, der Besinnung auf die Mitte, das Herz, in das die Liebe Gottes ausgegossen ist durch den Heiligen Geist.