21. November 2017

Gottesdienst am 15. Oktober 2017 – Erntedank

15. Oktober 2017
10:00bis11:00

Predigt: Stefan Schröckenfuchs, Trini, Tatis

Kollektenrede zu Erntedank

Stefan Hallo Trini, schön dich wieder zu sehen!
Trini Hallo Stefan – ja, ich freu mich auch!
Stefan Na, macht heute ihr beiden die Predigt?
Tatis …was, predigt? Nein, auf keinen Fall!!!
Stefan Ach – du bist also Tatis, Trinis Freund, oder?
Tatis Ja, genau! Der bin ich!
Trini Ich predige sicher auch nicht – aber ich bin gespannt was DU zu dieser Geschichte zu sagen hast!
Stefan So? Was denkst du denn, dass ich dazu sagen sollte?
Tatis (quatscht dazwischen) Na, zum Beispiel dass die überhaupt nix mit Erntedank zu tun hat!
Trini Das hab ich mir auch gedacht! Was hat die Geschichte von einem Blinden mit Erntedank zu tun?
Stefan Das habt ihr doch schon zu Beginn des Gottesdienstes selbst gesagt…
Tatis Was??
Stefan Na, dass wir uns daran erinnern sollen, dass wir dankbar sein können für viele Dinge, die uns eigentlich ganz selbstverständlich vorkommen!
Trini Z.B. dafür, dass wir sehen können – oder was?
Stefan Zum Beispiel.
Tatis Und deshalb hören wir eine Geschichte von einem, der NICHT sehen kann??
Trini Und der dann von Jesus geheilt wird!
Stefan Genau!
Tatis Oiso i kapier des no ned…
Stefan Na überleg doch mal: wenn du am morgen aufwachst, und dir gehts gut, dann denkst du da nicht groß drüber nach. Aber wenn du mal aufwachst und dir alles weh tut…
Trini …dann frag ich mich gleich, was ich falsch g’macht hab!
Stefan So, wie in der Geschichte von dem Blinden!
Tatis So, wie in der Geschichte von dem Blinden?
Stefan Ja. Wobei es da nicht der Blinde selber war – aber halt alle anderen.
Tatis Wieso? Die reden da ja von „Sünde“ – ob die Eltern oder er selber „gesündigt“ haben…
Stefan Im Grund kommt das auf das selbe raus. Im Grund gehts nur um die Frage: wer ist schuld?
Trini Und was ist da falsch dran?
Stefan Falsch dran ist, dass es nicht immer einen „Schuldigen“ gibt. Manchmal hat man einfach ein Pech im Leben, wird im falschen Moment krank, kommt – oder ohne irgend ein eigenes Zutun in eine schlimme Situation.
Tatis Und was heißt das jetzt für uns? Was sollen wir jetzt damit machen
Stefan Ich denke, wir sollten zwei Dinge machen:
Trini Erstens?
Stefan Erstens uns immer wieder bewusst machen, was gut ist in unserem Leben – und dafür dankbar sein!
Tatis Und zweitens?
Stefan  Und zweitens das tun, was Jesus getan hat: nämlich dem, dem es schlechter geht als mir zu helfen, damit es ihm auch wieder gut gehen kann.
Tatis Ja – aber … ich kann ja nicht wie Jesus einen Blinden heilen.
Stefan Das vielleicht nicht. Aber ich glaub, es fällt euch sicher was ein, was ihr tun könnt.
Trini Stimmt: ich kann z.B. meine Freundin, die sich den Fuß gebrochen hat, besuchen, damit sie wenigstens nicht so allein ist.
Tatis Und ich könnte aufhören, den Ali in der Schule auszulachen, wenn er „wieder sprischt in seine komische Deitsch mit vieles Fehlern.“ Und ihm stattdessen helfen, besser Deutsch zu lernen.
Trini Und was würdest du tun?
Stefan (Überlegt): Mhm. Ich muss grad wieder über den Wahlkampf nachdenken, über die ihr am Anfang geredet habt. Da ist ja immer wieder gesagt worden, dass man irgendwelchen Menschen die Mindestsicherung streichen muss – denen, die angeblich zu faul sind zu arbeiten, oder denen, die „nur“ wegen ihrer Armut nach Österreich gekommen sind… im Grunde heißt es da immer: die sind doch selber schuld an ihrer Not…
Trini …und deshalb brauchen wir ihnen auch nicht zu helfen!?
Stefan Ganz genau.
Tatis Zornig Denen sollte man vielleicht wieder mal in Erinnerung rufen, dass die Armen es sich nicht ausgesucht haben, Arm zu sein…
Trini …und dass die wenigsten Reichen so reich sind, weil sie so viel fleissiger sind als die anderen. Die haben oft einfach nur mehr Glück gehabt!
Stefan Ihr sagt es. Und darum ist es so wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, wie viel Gutes ich in meinem Leben hab – und dafür zu danken!
Tatis: u ja! Und weißt du was? Jetzt, wo ich auf das Gute schaue und dafür dankbar bin – bin ich auch gleich viel fröhlicher!

 

Kollektenrede

Stefan – zur Gemeinde: Wir wollen jetzt unsere Kollekte sammeln…

Tatis unterbricht: Sag mal, Stefan, warum muss eigentlich in jedem Gottesdienst eine Kollekte sein?

Stefan – na, einerseits muss die Gemeinde irgendwie ihre Rechnungen bezahlen können. Vor allem aber ist das auch einfach eine Art und Weise, wie man Gott Danke sagen kann.

Tatis: Wie? Mit Geld?

Stefan: Ja, wieso nicht?

Tatis: Na, das könntest du ja auch für was anderes ausgeben.

Stefan: Stimmt. Könnte ich. Tue ich aber nicht.

Tatis: Warum??

Stefan: Ganz einfach: Weil mir Gott und meine Kirche wichtig sind. Drum geb ich einen Teil von meinem Geld in die Kollekte aus – und nicht für was anderes.

Tatis: Und wieviel schmeißt du da jetzt rein?

Stefan: Na, das mag ich jetzt eigentlich nicht so öffentlich sagen.…

Tatis: Du könntest es ja NUR MIR sagen…

Stefan: Na gut. (zeigt ihm unter der Hand einen Schein)

Tatis: Was – so viel? Gibst du jeden Sonntag so viel in die Kollekte?

Stefan: Nein. Aber ich hab mir heute überlegt, dass ich jetzt im vergangenen Jahr immer wieder in Graz gewesen bin – und immer bin ich freundlich aufgenommen worden, und es waren immer wunderschöne Gottesdienste. Und weil heute Erntedank ist, möchte ich da auch einmal ordentlich Danke sagen. Und drum geb ich heute einmal einen deutlich größeren Schein in die Kollekte!

Tatis: Mhm. Find ich gut! Und wisst ihr was (zur Gemeinde) ich finde, das können wir alle heute ruhig auch so machen.