24. Februar 2018

Gottesdienst am 11. Februar 2018

11. Februar 2018
10:00bis11:00

Predigt: Gerhard WeissenbrunnerEnglish

Markus 9, 2 – 9               hört auf die Liebe

Ein Licht strahlt auf! Ein unbeschreibliches, starkes, helles Licht. Kein Mensch, kein Waschmittel, nichts was die Erde hervorbringt, kann so helles, strahlendes Weiß erzeugen. Es ist ein göttliches Licht.
Der Mensch Jesus von Nazareth strahlt dieses Licht aus. Man kann nicht sagen, das Licht hat von ihm Besitz ergriffen, oder es scheint durch ihn hindurch. Nein, es heißt: »vor ihren Augen veränderte sich sein Aussehen. Seine Kleider begannen leuchtend weiß zu glänzen, so hell, wie es kein Färber auf der ganzen Erde hätte machen können«. Petrus, Jakobus und Johannes haben eine neue Dimension geschaut. Sie haben Gott in seiner Verklärung als Mensch geschaut. „Jesus, der Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott“ (Nicänisches Glaubensbekenntnis).

Gott selbst gibt Zeugnis von seinem Sohn. Aus der Wolke sprach eine Stimme: »Dies ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Jesus Christus, die menschgewordene Offenbarung Gottes. Jenes Gottes, dessen Wesen Liebe ist. Und diese Liebe strahlt die Jünger in der Gestalt Jesu an. Gott ist Geist und wir können Gott nicht greifen, sondern nur im Geist anbeten. Aber in Jesus können wir Gott greifen und begreifen. In Jesus bekommt Gott Gestalt. Gott wird für uns sichtbar. Das Licht der Liebe strahlt uns an. Uns und die ganze Menschheit.

Petrus, Jakobus und Johannes sehen den leuchtenden HERRN und sie hören die Stimme. Aber sie verstehen nicht. Petrus reagiert als erster. (V5): »Rabbi, wie gut ist es, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elia«.
Petrus reagiert ganz menschlich. Er denkt, dass dieses Ereignis an diesem besonderen Ort festgehalten werden muss. Er hat etwas Besonderes erlebt. Das muss ein heiliger Ort sein! Er und die anderen zwei Jünger können das bezeugen. Die Nachwelt soll, wenn sie vor den neu gebauten drei Hütten stehen werden, erinnert werden, was hier einst geschehen war. Dafür sind jetzt die Jünger und später die Hütten Zeugen. Sie wollen etwas tun, was Menschen auf der ganzen Welt tun. Zur Erinnerung und zum Zeugnis an besondere Gottesbegegnungen haben sie bestimmte Orte als heilig erklärt und darauf Kirchen, Kapellen, Tempel, Pagoden, Moscheen und Altäre gebaut.

Welters stellen die Jünger Mose und Elia mit Jesus gleich. Obwohl diese vor ihren Augen nicht geleuchtet haben. Denn es ist ein Unterschied:
Mose war Mittler zwischen Gott und dem Volk Israel. Er hat Gottes Gebote, Weisungen und Regeln überbracht. Worte und Weisungen zu einem guten, erfüllenden und gesegneten Leben. Er war der Führer Israels.

Elia war ein Prophet. Er hat auf die Einhaltung von Gottes Weisungen geachtet und das Volk immer wieder vor den Folgen des Gesetzesbruches gewarnt. Mit gewaltigen Zeichen hat Elia als Sprachrohr Gottes gewirkt.
Der eine war Mittler und Führer, der andere Sprachrohr. Sie sind in dieser Szene anwesend. Sie redeten mit Jesus. Wir erfahren nicht, was sie redeten. Aber sie strahlten nicht. Jesus hingegen leuchtete, wie nur reine, mit Worten unbeschreiblich, wunderbare Liebe leuchten und strahlen kann. Und er wird den Jüngern als Sohn Gottes vorgestellt. Das ist etwas anderes.

Dieses Zeugnis Gottes über Jesus von Nazareth erlaubt uns nicht, ihn mit uns Menschen gleich zu stellen. Ja, Jesus hat als Mensch gelebt und als Mensch gefühlt. Sodass er mit den leidenden solidarisch sein kann. Und wir nennen ihn Freund und Bruder. Ja, wir dürfen das. Denn er will uns gerade als Mensch ganz nahe sein. Aber er ist auch Gott. Das dürfen wir nicht vergessen. „Mein Herr und mein Gott!“ so lautete das Glaubensbekenntnis des Apostel Thomas, kniend vor dem auferstandenen HERRN.

Einerseits in berührender Nähe, andererseits in respektvoller, ehrfürchtiger Distanz. So erleben die drei Apostel Petrus, Jakobus und Johannes ihren Rabbi, Jesus von Nazareth. Und erst nach Kreuzigung und Auferstehung haben sie und die anderen Jünger und Jüngerinnen erkannt, wer Jesus von Nazareth wirklich war. Jesus, der Heiland der Welt! Durch ihn und mit ihm wird gesund, was krank ist. Durch ihn und mit ihm wird gerade, was verbogen ist; aufgerichtet, was verkrümmt ist; gereinigt, was verschmutzt ist; lebendig, was abgestorben ist.

Nachdem Jesus in eine andere Dimension entfernt wurde – es heißt, er ist in den Himmel aufgefahren – sind seine Jüngerinnen und Jünger hinausgegangen in die Welt. Und sie haben verkündet, was sie gesehen und gehört haben. Sie haben Gottes Gebot ernst genommen, der

gesagt hat: »auf ihn sollt ihr hören!« Mit Zeichen und Wunder haben sie die frohe Botschaft weitergegeben. Genau so, wie es ihr HERR Jesus getan hat.

Und tausende Menschen, inzwischen Millionen, haben ihr Leben verändert. Sie wurden gesund durch den Glauben an Jesus Christus. Ihrem Leben ist Heil wiederfahren. Sie haben aufgehört zu lügen und betrügen. Sie haben begonnen auf andere zu achten und mit den Bedürftigen geteilt: Hingabe, Zeit, Raum, Lebensmittel. Unzählige Menschen sind seither anderen im Namen Jesu Christi selbst Licht geworden.

Das Licht der Liebe breitet sich aus. Wir Menschen berechnen in der Mathematik bereits 10 oder 11 oder mehr Dimensionen. Mit Jesus kommt noch eine weitere hinzu. Es ist die Dimension der Liebe! Diese Dimension ist voller Energien, voller Kräfte. Und wo die Liebe ihre Energie freisetzt, entsteht Neues. Neues Leben – Frieden, Freude, Zuversicht.

Teilhard de Chardin schreibt: »… eines Tages, nach all den vielen Entdeckungen wird die Evolution der Heilsgeschichte ihren Lauf nehmen und wir werden für Gott auch die Energien der Liebe einfangen. – Und dann wird der Mensch zum zweiten Mal in der Weltgeschichte das Feuer erfunden haben«.

Jesus hat zu seinen Lebzeiten gesagt: »ich wollte, dass dieses Feuer schon brennte!« Und es hat mit ihm angefangen zu brennen. Seit damals hat es sich ausgebreitet auf die ganze Welt. Keine vernichtendes Feuer, sondern ein reinigendes und zusammen schweißendes.
Mahatma Gandhi war ein Mensch, der das erkannt und auch gelebt hat. Die Worte Jesu aus der Bergpredigt haben bei Gandhi ihre Wirkung nicht verfehlt. Obwohl Hindu hat er diese Kraft der Liebe aufgenommen und sie für die Menschen eingesetzt. Nicht nur für Indien, sondern für die Menschen weltweit ist er ein Beispiel von Gewaltlosigkeit durch hingebende Liebe geworden. Gandhi beweist, was viele sogenannte Christen bestreiten. Das Gebot Jesu: »liebe deine Feinde!« ist lebbar.

Eine friedliche Welt ist möglich! – mit den Energien der Liebe!

Wir leben heute in einer globalisierten Welt. Die Machtgier, der Neid, die Rücksichtslosigkeit vieler Regierenden könnte mir Angst machen. Aber sie tut es nicht! Ich rufe mit Paulus: »Tod, wo ist dein Stachel; Hölle, wo ist dein Sieg?«

Ich glaube an die Macht der Liebe. Die Energien der Liebe sind größer als alles andere.

Die Liebe deckt das Böse zu. Sie vernichtet das Böse nicht. Sie vermischt sich auch nicht mit dem Bösen, wie sich Öl mit Wasser nicht vermischt. Die Liebe macht das Böse bedeutungslos. Sie macht es unsichtbar. Sie deckt es zu.

Das Licht der Liebe leuchtet hinein in die Finsternis der Welt und auch in unsere eigene. Es leuchtet hinein in unsere Herzen und führt uns heraus aus der finstersten Höhle. Wie auf eine übergroße Reklametafel projektiert dieses Licht die Worte Jesu an die Wand und macht es sichtbar. Die Gebote, Weisungen und Regeln Gottes werden uns lieb. Sie werden uns zur Freude.

Was man mit Freude tut, tut man gern. Man kann kaum erwarten es zu tun!

Es liegt an uns ob wir Gott glauben, wenn er Zeugnis von Jesus gibt: »das ist mein lieber Sohn, auf ihn sollt ihr hören!«

Ich habe mich vor vielen Jahren entschieden, Jesus Christus als meinen HERRN und Gott anzuerkennen. Auf ihn zu hören und in seiner Gegenwart leben zu wollen, nach der Gnade, die er mir geben will. Und vor allen bezeuge ich dieses unbeschreibliche, starke, helle Licht erlebt zu haben. Wie die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes und viele nach ihnen, habe auch ich dieses Licht gesehen. Es ist eine Atmosphäre der Liebe und der Freude in dem tausend Engel Halleluja singen. Ich kenne also etwas von diesen Energien der Liebe. Sie haben auch in mir ein Feuer entfacht und ich wollte es brennte größer.

Ich wünschte auch es brennte größer in uns, in unseren Familien, in unserer Gemeinde und in unserer Stadt. Und es könnte geschehen. Wenn wir auf die Liebe hören.

Amen