26. Februar 2020

Gottesdienst am 19. Jänner 2020

Predigt: Gerhard Weissenbrunner

English

Johannes 1, 29-42 Taufe mit dem Heiligen Geist

„Jesus tauft mit dem Heiligen Geist!“

Das ist das vorgegebene Thema der heutigen Predigt. Und ich muss sagen, ich habe mich in der Zeit der Vorbereitung richtig gefreut auf die Auslegung dieses Themas. 

Der Heilige Geist – ein Geist der Freude, des Friedens und der Gerechtigkeit – ein Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit –  Die Bibel ist voll von Definitionen über das geistreiche Wirken Gottes – 

Ich habe versucht einen Vergleich der Taufe des Johannes Wasser und der Taufe Jesu mit dem Heiligen Geist zu beschreiben – so wie es die 2. Lesung darstellt — 2 Arten der Taufe, die zwar untrennbar zusammen gehören, aber doch verschiedenen Charakter haben –

Ich wollte beschreiben, was bedeutet die Taufe mit Wasser durch Johannes und was bedeutet die Taufe mit dem Heiligen Geist durch Jesus Christus – 

nach 1 1/2 Seiten war ich äußerst unzufrieden – ich habe erkannt, mit meinen Ausführungen bin ich kläglich gescheitert –
Den Heiligen Geist zu beschreiben würde heißen Gott in Worte fassen zu wollen – nicht einmal wenn man den größten Wortschatz in allen Sprachen hätte wäre das möglich –
über den Heiligen Geist zu schreiben würde heißen, Gott begreifen zu wollen  – wenn das jemand könnte wäre er doch schon selbst mehr als Gott – 

Nein, ich kann nicht seriös darüber reden, was es bedeutet, dass der Herr Jesus mit dem Heiligen Geist taufen wird. Gott verzeihe mir den Versuch. Ich werde das nie wieder tun.

Am Donnerstag habe ich die ganze Arbeit gelöscht  und die Notizen weggeworfen! Die Mühe war umsonst – 

Ich musste also neu beginnen. Aber worauf sollte ich mich jetzt einlassen?

Das einzige, was ich weiß ist, Gott will mit uns in Beziehung leben. Das geschieht in seinem Geist. Das kann ich bezeugen!

Dabei tut immer Gott ersten Schritt. Gott spricht uns an. Nicht ich suche, sondern Gott sucht mich zuerst. Nicht ich klopfe an, sondern Gott klopft an meines Herzens Tür. (jemand zu Hause?)

Gott öffnet meine Ohren, dass ich höre. Gott öffnet meine Augen, dass ich sehe. Gott bewegt mich, dass ich handle.

Gott selbst stellt die Beziehung her – wie , weiß ich nicht! – wann weiß ich auch nicht – aber in diesem Moment da das geschieht, weiß ich: Gott ist da, der große Geist der Liebe ist mir nahe – 

Ich nehme die Bibel und lese: „Fürchte dich nicht!“ – und ich bin auf einmal ganz gelassen. 

Ich lese: „ich bin bei dir! – und ich spüre den Beistand. 

Ich lese: „sei getrost!“- und plötzlich bin ich es. 

Ich lese: „ich gebe den Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden!“ – und ich merke wie gut es weitergeht.

Ich lese: „ich liebe dich!“ – und ich weiß, auch wenn das sonst niemand mehr zu mir sagt, Gottes Liebe gilt mir, für immer – 

Ich bezeuge wie der Heilige Geist oder die Heilige Geistin die Beziehung zu mir bestätigt. Zu mir und zu unzähligen Menschen vor mir und nach mir. Dazu lese ich Römer 8,14-16: „Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind seine Söhne und Töchter. Denn der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, sodass ihr von neuem in Angst und Furcht leben müsstet; er hat euch zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir, wenn wir beten: »Abba, Vater!« Ja, der Geist selbst bezeugt es uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind.“

Gott selbst sagt mir, dass ich sein Kind bin – das ist mehr als ein Gefühl – auf einmal weiß ich das! niemand sonst – nur ich allein!

Abba, Vater! – Abba, Mutter! – Abba, mein Gott! – so spreche ich. 

Und Gott spricht zu mir als zu seinem Kind: – ich liebe dich – du bist mir wert – kein Kind des Zufalls – von mir gewollt – niemand weiß das  – aber ich sage es dir – 

Und jetzt, gehe den Weg den ich dir zeigen werde (Ps 32,8) – du kennst diesen Weg nicht, aber ich verspreche dir – es zahlt sich aus – 

Amen